Versicherung ist Vertrauenssache

Hier finden Sie allgemeine und spezielle Erläuterungen zu Versicherungsbegriffen.


§ 19 VVG

Um den Versicherungsschutz übernehmen zu können, müssen die Versicherungsgesellschaften das Risiko kennen. Sie können daher an den Versicherungsnehmer Fragen zum Risiko stellen und/oder Gutachten oder Untersuchungen verlangen.

Beantwortet der Versicherungsnehmer die Fragen nicht richtig, regelt der § 19 VVG die Folgen für den Versicherungsschutz. In den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit kann der Versicherer dann den Vertrag kündigen. Sollte die Anzeigepflichtverletzung vorsätzlich oder grob fahrlässig erfolgt sein, ist darüber hinaus der Rücktritt vom Vertrag möglich. Der Rücktritt bedeutet, dass für bis zu diesem Zeitpunkt eingetretene Versicherungsfälle keine Haftung übernommen wird.

Hätte die Versicherung den Vertrag bei richtiger Beantwortung der Fragen ebenfalls abgeschlossen, wenn auch zu anderen Umständen, gilt der Vertrag als zu diesen Bedingungen abgeschlossen.

Bei vorsätzlicher oder arglistiger Täuschung kann der Versicherer denn Vertrag in den ersten zehn Jahren gekündigt werden.


§ 163 VVG

Deutsche Lebensversicherer geben Ihren Kunden weitgehende Garantien. Sie beruhen auf Rechnungsgrundlagen, anhand derer der Leistungsbedarf für die Garantien berechnet wird.

Nur wenn der tatsächliche Leistungsbedarf nicht voraussehbar und dauerhaft derart von den kalkulierten Größen abweicht, dass ohne eine Prämienänderung die Leistungserfüllung durch den Versicherer dauerhaft nicht mehr gewährleistet werden kann, erlaubt der § 163 VVG eine Änderung der Prämie.

Ob die Voraussetzungen für eine Prämienänderung vorliegen überprüft ein unabhängiger Treuhänder. Sollte das Versicherungsunternehmen von Anfang an unzureichend kalkuliert haben, ist die Prämienerhöhung ausgeschlossen.